Die Sparlampen der neuesten Generation funktionieren mit LED-Technik. Ob die auch für die Heimbeleuchtung taugt und die Versprechen der Hersteller hält, haben Haushalte in Frankfurt am Main getestet. In Berlin arbeiten Forscher an einem sparsamen LED-Ersatz für tausende Gaslaternen. Haushalte: LED-Lampen im Praxistest Fünf Privathaushalte hat die Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Hersteller Ledon Lamp GmbH mit LED-Lampen ausgestattet. Lichtplaner halfen dabei, die alten Leuchtmittel gegen LEDs auszutauschen. Ziel der Aktion im Herbst vergangenen Jahres war es, die sparsamen Leuchten auf Herz und Nieren zu prüfen - und zu schauen, ob die Vorbehalte gegen Alternativen zur Glühbirne berechtigt sind. Positiv überrascht waren alle Testhaushalte vom angenehmen Licht der neuen Sparlampen. Marieluise und Peter Bäuchle zum Beispiel hatten zuvor schlechte Erfahrungen mit Energiesparlampen gemacht. Deswegen waren bei ihnen noch Glühlampen im Einsatz, bis nun der LED-Ersatz eintraf. Und der überzeugte offenbar auf ganzer Linie. "Es ist noch schöner als mit den alten Glühbirnen", sagt Marieluise Bäuchle. Richtig aufgefallen sei ihnen der Unterschied nach einem Wochenende außer Haus: "Wir kamen in die Wohnung, machten das Licht an und es war sofort hell und freundlich." Die beiden Studenten Teresa Steinbach und Martin Bretz aus Bockenheim haben LED-Lampen mit einer besonderen Funktion getestet: Wird der normale Lichtschalter nur einmal betätigt, leuchtet die Lampe mit voller Kraft. Wird der Schalter zweimal hintereinander gedrückt, sinkt die Helligkeit auf 30 Prozent; auch ohne einen speziellen Dimmschalter. Gerade in der Küche sei das richtig gut, so Bretz. Die volle Leuchtkraft sorgt für Überblick beim Schneiden und Kochen. "Und wenn man dann gemütlich beim Essen sitzt und genießen will, kommt der Double-Click." Diese Funktion ist nicht bei allen LED-Lampen vorhanden, aber die meisten lassen sich dimmen - ein weiterer Vorteil gegenüber einfachen Energiesparlampen. Dazu kommt ein noch geringerer Stromverbrauch. Dadurch rechnet sich auch der höhere Kaufpreis. Welche Unterschiede es sonst noch gibt, erfahren Sie bei den häufigsten Vorurteilen zu Sparlampen und unseren Tipps für eine effektive Beleuchtung. Straßenlaternen: antikes Design, moderne Technik Die Stadt Berlin will schrittweise alle 44.000 Gaslaternen austauschen. Das soll nicht nur Energie, sondern auch Arbeitsaufwand sparen. Denn jede Gaslaterne muss im Schnitt zwei Mal pro Jahr gewartet werden. Die Entwicklung und Umsetzung der LED-Lichttechnik wird vom Institut für Lichttechnik der Technischen Universität (TU) begleitet. 2200 Euro pro Jahr kostet die Energie für eine Gaslaterne, berichtete Adrian Mahlkow vom Prototyp-Entwickler Optotransmitter Umweltschutz Technologie (OUT) im Interview mit der Berliner Morgenpost. Bei einer LED-Leuchte seien es dagegen nur 220 Euro, also gerade einmal zehn Prozent. Wie im Privathaushalt sind Helligkeit und Lichtqualität von entscheidender Bedeutung. Deshalb reproduzieren die LED das Farbspektrum der alten Gaslaternen und sorgen so für die stimmungsvolle Atmosphäre, die Liebhaber von Gaslaternen schätzen. Dass die Entwickler auf einem guten Weg sind, zeigt eine Umfrage: Danach lassen sich die vorgestellten LED- und Gaslaternen nicht auseinander halten. Das liegt auch daran, dass in das alte Gehäuse nur ein neuer Hightech-Kern eingebaut wird. In Berlin-Charlottenburg wurde im November 2011 erstmals eine Hauptverkehrsstraße mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Mit dem Pilotprojekt in der Leibnizstraße wollen Forscher der TU untersuchen, wie sich die Beleuchtung auf das Wohlbefinden und den Schlaf der Anwohner auswirkt. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) untersucht zudem, wie Insekten auf das Licht reagieren. Der großflächige Einsatz der LED-Lampen lässt sich also noch etwas auf sich warten. Aber die Kritik an der ersten Generation der Sparlampen wurde offensichtlich ernst genommen. Welche Vorurteile und Mythen es nach wie vor gibt und welche Tipps beim Kauf helfen, zeigen weitere Beiträge des Sparspezials zur Beleuchtung. Energiesparcup-Teilnehmer können zudem LED-Lampen gewinnen. |