"Energiesparlampen und LEDs sind viel zu teuer." Das stimmt, wenn nur der Kaufpreis eine Rolle spielt. Ansonsten sieht die Glühlampe allerdings ziemlich alt aus. Der Stromverbrauch ist etwa drei bis sechs Mal höher. Die Lebensdauer von Energiesparlampen und LED-Lampen ist zehn bis zwanzig Mal länger. Langfristig betrachtet ist die Glühlampe deswegen die teuerste Lösung, wie unsere Berechnung zeigt.
Grafik und Tabelle: Kosten im Vergleich - Glühlampe, Energiesparlampe und LED-Lampe "Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber und sind deshalb gefährlich." Die meisten Energiesparlampen enthalten tatsächlich Quecksilber, allerdings in sehr geringen Mengen. Statt des flüssigen Schwermetalls verwenden viele Hersteller inzwischen festes Amalgam. Das ist zwar sicherer, hat aber einen Nachteil: Die Energiesparlampen brauchen länger, um ihre volle Leuchtkraft zu entfalten. Die Quecksilber-Bilanz der Glühbirne ist aber so oder so schlechter. Denn bei der Stromerzeugung aus Kohle gelangen erhebliche Mengen an Quecksilber in die Umwelt. Durch den deutlich höheren Stromverbrauch einer Glühbirne wird also mehr Quecksilber frei als durch eine Energiesparlampe. LED-Lampen enthalten gar kein Quecksilber, aber dafür Halbleiter-Technik, die nicht ohne aufwändig zu gewinnende Ressourcen ("seltene Erden") auskommen. Außerdem wird bei vielen Modellen laut Ökotest PVC, PVCD oder chlorierte Flammschutzmittel verwendet. Dank des geringen Stromverbrauchs ist Ihre Umweltbilanz dennoch die beste. "Kaputte Energiesparlampen gehören in den Hausmüll oder Glascontainer!" Nein, defekte Energiesparlampen sollten keinesfalls im normalen Müll oder im Glascontainer landen - egal, ob sie Quecksilber oder "nur" Amalgam enthalten. Sie sind fachgerecht zu entsorgen. Außerdem können so einige Bestandteile recycelt werden. Das gilt auch für kaputte LED-Lampen. Deswegen am besten im Wertstoff- oder Recyclinghof oder in einer der Sammelstellen abgeben, die vor allem in Drogerie- oder Elektronikmärkten zu finden sind (siehe Online-Verzeichnis). Zerbricht eine Energiesparlampe, kann Quecksilber in die Raumluft gelangen. Damit keine Gefahr für die Gesundheit entsteht, empfiehlt das Umweltbundesamt so vorzugehen:
"Energiesparlampen haben ein kaltes Licht, flimmern oft und sehen doof aus." Vor einigen Jahren war das oft der Fall, wie Ökotest-Ergebnisse von 2008 zeigen. Inzwischen gibt es jedoch eine breitere Auswahl an Energiesparlampen mit ganz unterschiedlicher Lichtqualität. Wer es gemütlich mag, kauft Energiesparlampen mit der Kennzeichnung: "warmweiss" - und wird keinen Unterschied bemerken. Bei Form, Fassungen und Farben ist die Auswahl bei Energiesparlampen ähnlich groß wie bei Glühlampen. Bei den LED-Lampen ist die Auswahl noch etwas kleiner. Aber für alle gängigen Zwecke ist eine passende Lösung zu finden. "Energiesparlampen brauchen ewig bis sie wirklich hell sind." Im Gegensatz zu Glühbirnen und Halogenlampen werden Energiesparlampen erst nach einiger Zeit richtig hell. Kommt statt Quecksilber Amalgam zum Einsatz, dauert es noch ein wenig länger bis die optimale Betriebstemperatur erreicht ist. Deshalb eignen sie sich in der Regel nicht für Orte, wo es besonders kalt ist. Oder wo die Lampe häufig und nur für kurze Zeit an- und ausgeschaltet wird - und sofort für gute Sichtbarkeit sorgen sollte, zum Beispiel in Treppenhäusern oder Fluren. Da sind ganz spezielle Energiesparlampen oder LED-Lampen die bessere Wahl. Dass Energiesparlampen nicht sofort nach dem Anschalten leuchten, liegt übrigens am Vorheizen. Das sorgt für schonendes Zünden und verlängert die Lebensdauer, ist also auch ein Zeichen für Qualität. Die Verzögerung beim Einschalten sollte aber nicht länger als eine halbe bis eine Sekunde dauern. Bis die volle Helligkeit erreicht ist, kann es deutlich länger dauern. Bei der LED entfällt beides: das Vorheizen und das Warten auf die volle Helligkeit. "Energiesparlampen gehen schnell kaputt, wenn sie häufig an- und ausgeschaltet werden." Das gilt nicht für alle Energiesparlampen. Laut Stiftung Warentest schneiden hochwertige Modelle bei der Schaltfestigkeit besser ab als No-Name-Produkte. Bei besonders robusten Modellen steht auf der Verpackung "mit Vorheizung" oder "schaltfest". Wird häufig ein- und ausgeschaltet, wie in Treppenhäusern oder Fluren, müssen statt der günstigen Standardmodelle spezielle Energiesparlampen eingesetzt werden: Die sind nicht nur besonders schaltfest, sondern erreichen auch schneller die volle Helligkeit. Glühlampen halten zwar die meisten Schaltzyklen aus. Der Glühfaden gibt aber im Schnitt schon nach 1.000 Stunden den Geist auf. Energiesparlampen schaffen dagegen rund 10.000 Stunden. LED-Lampen kommen sogar auf 20.000 Stunden und sind zudem unempfindlich bei häufigem An- und Ausschalten. "Energiesparlampen lohnen sich nur, wenn sie lange brennen." Stimmt nicht. Beim Zünden von Energiesparlampen treten zwar kurze Spannungsspitzen auf. Das hat aber nur wenig Einfluss auf den Stromverbrauch. Es kann sich jedoch auf die Lebensdauer einer Energiesparlampe auswirken, wenn sie kurz nach dem Abschalten (im noch warmen Zustand) wieder angeschaltet wird. Deshalb ist es bei Energiesparlampen besser, auf kurzes Ausschalten für drei bis fünf Minuten zu verzichten. "Durch die Herstellung verbrauchen Energiesparlampen mehr Energie als Glühbirnen." Wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet, sind laut Umweltbundesamt sowohl die CO2-Bilanz als auch die Umweltbilanz von Energiesparlampen besser. Bei Herstellung und Entsorgung wird tatsächlich mehr Energie verbraucht. Der geringere Energieaufwand bei der Nutzung gleicht das aber mehr als aus. Energiesparlampen verbrauchen sechzig bis 85 Prozent weniger Strom als Glühlampen und halten bis zu neun Jahre länger. Noch besser fällt die Gesamtenergiebilanz bei LED-Lampen aus - dank noch geringerem Stromverbrauch und noch längerer Lebenszeit. Wer Hilfe bei Auswahl und Kauf von Sparlampen sucht, kann die sieben besten Tipps nutzen. Als Teilnehmer des Energiesparcups können Sie außerdem LED-Lampen gewinnen. |